Inspired by Airmanship 1

In der Luftfahrt gibt es ein ganzes Paket goldener Regeln, die dafür sorgen, dass Piloten ihre Flugziele sicher erreichen. Was wir von ihnen für Leadership, Business- und Privatleben lernen können, erfahren Sie in dieser Kolumne im JET-Blog:

No. 1
„AVIATE, NAVIGATE, COMMUNICATE –
FLIEGE, NAVIGIERE, KOMMUNIZIERE“

In der Welt des Fliegens ist dies das gängige Verhalten in allen Flugsituationen, insbesondere in Notfällen.
Eine Erkenntnis aus Luftfahrtstudien und Flugunfalluntersuchungen ist, dass Piloten oft so fokussiert auf die Lösung eines Problems sind, dass sie dabei das Steuern des Flugzeuges völlig vernachlässigen.
Paradebespiel ist der Unfall von Eastern Airlines Flug 401 im Jahr 1972, bei dem die Piloten durch durchgebrannte Birnchen der Fahrwerks-Kontrollanzeige so abgelenkt waren, dass sie den Passagier-Jet in den Boden flogen – es war damals der erste Unfall eines Großraumflugzeuges.
Die Grundregel „Fliege, Navigiere, Kommuniziere“ lehrt Piloten, zunächst das Flugzeug sicher zu steuern, dann über Flugrichtung und -höhe zu entscheiden und im Anschluss, sobald die Situation unter Kontrolle ist, mit der übrigen Besatzung oder den zuständigen Fluglotsen zu kommunizieren und Unterstützung anzufordern.

Bei der Übertragung dieser Taktik auf das Berufs- oder Privatleben lohnt sich zu erst einmal die Frage:
Was sind eigentlich die Dinge, die mein Unternehmen oder mich am fliegen halten?
In der Regel sind das die wirklich wichtigen, existenziellen Kennzahlen, Werte, Maßstäbe, Ziele, Visionen und die Unternehmenskultur – eben die Dinge, die, wenn sie vernachlässigt oder gar verloren gingen, ihr Unternehmen oder Sie selbst zum Absturz brächten.

Im Falle einer Krise, sei sie intern, z.B. durch einen Fehler oder extern, durch ungünstige Rahmenbedingungen hervorgerufen gilt also:
– Denken Sie im ersten Schritt daran, auf die lebensnotwendigen Dinge zu achten. Handeln Sie und sorgen Sie dafür, dass Sie diese unter Kontrolle halten und so am fliegen bleiben. Vergessen Sie nicht, bei der Lösung eines einzelnen oder vieler kleiner Probleme, auf die wirklich wichtigen, existenziellen Dinge zu achten – bleiben Sie der Pilot, der das Flugzeug steuert, anstatt zum Passagier, der vom Flugzeug gesteuert wird, zu werden.

– Im zweiten Schritt entscheiden Sie, in welche Richtung und wie und mit welchen konkreten Maßnahmen Sie die Krise oder Ihr Problem erst einmal kurzfristig in den Griff bekommen wollen und schlagen diese Grundrichtung ein.

– In Schritt drei können Sie dann, wenn Sie die Krise erst einmal unter Kontrolle haben, in Ruhe weitere Hilfe anfordern, Betroffene informieren und all die vielen e-Mails, Whats-Apps etc. beantworten.

Handeln Sie in der gegenteiligen Reihenfolge besteht die Gefahr, das Sie am Ende ein deutlich größeres, teureres und im ungünstigsten Falle nicht mehr lösbares Problem haben.
In diesem Sinne: Act first, get your bearings, and then call home!