Wann hast Du zum letzten Mal etwas zum ersten Mal gemacht?

Wenn ich merke, dass ich anfange, über einen längeren Zeitraum sehr bequem (was ja erst mal auch angenehm ist) und in der Steigerung dann auch träge zu werden, dauert es meistens nicht lange, dass mir Herausforderungen, die ich bisher gut gemeistert habe, anfangen unangenehm zu werden. Ja, es scheint mir plötzlich an Mut für Dinge zu fehlen, die gestern doch noch so gut und selbstverständlich gingen.
Wenn ich mich dann zurück ziehe und ausweiche, kommen schleichend immer weitere Dinge dazu, die auf einmal scheinbar schwierig werden und ich mache immer noch weniger, traue mir immer weniger zu.
Genau das ist das Gefährliche am Leben in der Komfortzone: wenn ich mich zu lange darin aufhalte, beginnt sie zu schrumpfen und mit ihr die Dinge, die ich noch als komfortabel empfinde. Welche Konsequenzen dieses Verhalten im Business oder bei der Leitung eines Unternehmens hat, liegt auf der Hand.

Aber warum geraten wir immer wieder in solch einen Strudel hinein?
Warum versuchen wir immer wieder diesen Zustand des „gemütlich und sicher in der Komfortzone Verweilens“ anzustreben?

Hier spielt uns unser Gehirn einen Streich: es ist nämlich darauf ausgerichtet, möglichst wenig Energie brauchen zu wollen. Genau das passiert, wenn wir Dinge tun, die wir bereits kennen, für die unser Gehirn bereits Programmierungen erstellt hat und nicht erst, mit höherem Energieaufwand, neue erstellen muss. Eben in der Komfortzone.
Und da unser Gehirn flexibel – „neuroplastisch“ – ist, baut es Programmierungen, die wir zu lange nicht brauchen (weil wir schön in der Komfortzone kuscheln) auch wieder ab.
Stillstand ist Rückschritt. Das gilt nicht nur im Leben und im Business – es gilt vor allem gehirntechnisch!
Ganz nebenbei empfinden wir in der Komfortzone unterm Strich weniger Lebensqualität (Wenn Du das jetzt nicht glaubst, dann denk doch mal darüber nach, was die schönsten Erfahrungen in Deinem Leben waren. Ich wette, es waren Dinge, die Dich überrascht haben oder die Du vorher so noch nicht erlebt hattest… Stichwort: erste Liebe…)

Wer sich selbst privat oder beruflich also weiter entwickeln und viel Lebensqualität empfinden will, für den gilt: immer wieder raus aus der Komfortzone, hinein in die Lernzone gehen und etwas Neues ausprobieren.
Wie neu, wie groß, wie herausfordernd das sein soll, bleibt jedem subjektiv selbst überlassen.
Extrembergsteiger Reinhold Messner formulierte es sogar einmal ganz krass: „Je stärker die (Nah-) Todeserfahrung (= die Herausforderung), desto intensiver das Lebensgefühl“.
Es muss ja nicht gleich der Todesabgrund sein, an dessen Rand Du Dich jetzt begibst.
Nimm Dir für das neue Jahr aber doch mindestens vor, einfach regelmäßig etwas, was für Dich neu ist, auf das Du vielleicht schon seit einer Weile Neu-„Gierig“ bist, zu tun. Und Du wirst sehen: mit jedem Mal wird Deine Komfortzone (in die Du gerne bewusst ab und zu zum Entspannen eintauchen darfst) und Dein Selbstvertrauen weiter wachsen. Und Dein Leben wird sich reich und energetisch anfühlen.
Ich sammle seit Jahren mit viel Begeisterung „erste Male“ und werde einige davon unter dem Hashtag #firsttimes in den nächsten Wochen vorstellen, so wie dieses hier auf dem Foto: das erste Mal das neue Jahr mit dem Sonnenaufgang in 4000 Metern Höhe über dem höchsten Punkt Deutschlands, der Zugspitze, begrüßt.
Also: Wann hast DU zum letzten Mal etwas zum ERSTEN MAL gemacht?