Vom Mile-Eater zum Roadtripper.

Die Pandemie hat vielen von uns gezeigt, wie wichtig es ist, Zeit nicht möglichst schnell zu durchleben, sondern sie mit sinnvoll zu gestalten:
Es geht also darum die „Zeitqualität“ zu erhöhen.
Wie kann uns das beim Unterwegssein in des deutschen liebsten Fortbewegungsmittel gelingen?

Ob geschäftlich oder privat: meist hetzen wir im Auto auf den letzten Drücker zu Terminen. Den Weg dorthin sehen wir als Hindernis und unnötigen Aufwand, den es möglichst schnell hinter sich zu bringen gilt.
Gestohlene Lebenszeit eben – ist das nicht unglaublich schade?

„Jemand hat mir mal gesagt, die Zeit würde uns wie ein Raubtier ein Leben lang verfolgen. Ich möchte viel lieber glauben, dass die Zeit unser Gefährte ist, der uns auf unserer Reise begleitet und uns daran erinnert, jeden Moment zu genießen, denn er wird nicht wiederkommen.“ Jean-Luc Piccard

10 Jahre lang bin ich täglich auf der A8 zwischen Karlsruhe und Stuttgart beruflich gependelt – im Schnitt 3 Stunden pro Tag. Normale Arbeitszeit angenommen, habe ich also rund 275 volle Tage meines Lebens dort verbracht.
Am Anfang war es der Horror, weil ich diese Zeit nur als pure Lebensverschwendung empfand.
Da ich mich aber für’s Pendeln entschieden hatte, wurde mir schnell klar, dass ich nicht umhin kommen würde, meine Einstellung zur Fahrerei zu ändern. Mit einigen der unten stehenden Tipps ist mir das damals gelungen – rückblickend hatte ich so während meiner Fahrten nicht nur Entspannung und Genuss, sondern mit die besten Ideen für mein berufliches und privates Leben, die mir on top sehr viel Zeitgewinn und mehr Lebensqualität gebracht haben, denn: wer entspannt ist hat keine verkrampften Gedanken.

7 Punkte, wie Du Deine Fahrt zu Terminen oder in den Urlaub zu einem genussvollen Roadtrip machst:

Der Weg.
Suche Dir eine Kombination aus landschaftlich schöner, wenig befahrener und trotzdem halbwegs zügiger Strecke: es darf gerne 10 – 20% länger dauern, wird sich durch den Erlebniswert aber kürzer anfühlen.
Plane vorher auf einer Landkarte Deine Strecke, das schürt die Vorfreude. Kreiere eine kleine Fahrtskizze mit den wichtigsten Wegpunkten, so bist Du besser orientiert und nimmst die Route besser wahr. Nimm das Navi nur zur Unterstützung oder im Notfall, da es in der Regel keinen Roadtripmodus hat.
Baue Dir zusätzlich einen guten „On Top Zeitpuffer“ ein, dann entsteht bei mehr Verkehr als angenommen kein Stress, und Du kannst spontan sein.
Schaue, ob Du bei langen Urlaubsfahrten schon einen Tag früher oder bei der Rückfahrt einen Tag später fährst, oder buche, wenn möglich von Sonntag zu Sonntag, dann bist Du meist außerhalb der Reisewelle.

Sei Spontan!
Halte an, mach eine Pause oder einen weiteren kleinen Umweg, wenn Du das Gefühl hast, dass der Ort oder die Natur es wert sein könnten.

Nimm wahr!
Fahre, wann immer es geht, mit offenen Fenstern, und ohne Klimaanlage.
Es gibt nichts Schöneres, als den Fahrtwind zu hören und zu spüren und die unterschiedlichen Gerüche, z.B. den Duft von frischem Heu oder von Pinien und die äußeren Geräusche, wie z.B. das Zirpen der Grillen wahrzunehmen.

Deine Musik.
Mach Dir vorher Playlists mit passender Musik für den Trip, und: leidenschaftliches Mitsingen während der Fahrt erlaubt!
Das verstärkt das Erlebnis.

Die Verpflegung.
Habe leichte, leckere Snacks und Getränke dabei – kein Junkfood.
So bleibst Du fit und fühlst Dich rundum wohl.

Die Technik.
Sorge vor dem Trip dafür, dass Dein Auto technisch ok und der Tank voll ist.
So fährt es sich viel entspannter.

Deine Einstellung.
Rase nicht, sondern cruise.
Fahre freundlich und lasse andere vor.
So werden Dir unterwegs viele nette Autofahrer begegnen.

Woran Du fest machen kannst, ob Dein Roadtrip gelungen war?
Ganz einfach: wenn Du nach vielen Kilometern denkst: „Eigentlich hätte ich jetzt auch noch weiter fahren können.“

PS: das Blog Foto zeigt die – für viele wegen ihrer Staus eher berüchtigte – Tauernautobahn Fahrtrichtung Norden mit Blick auf das Watzmann-Massiv an einem – ja – Samstag in der Ferienzeit. Allerdings von der Fahrtplanung ganz einfach so gelegt, dass ich auf ihr etwas nach der samstäglichen Heimreisewelle fuhr und sie so zur leeren Traumautobahn wurde.

Über den Autor

Janik Eggler, fliegender Leaderhip Trainer und Business Coach. Über 13 Jahre selbst als Führungskraft, Bereichsleiter und Manager in der Telekommunikations- / Finanzdienstleistungsbranche im Daimler Konzern und der IKEA Gruppe durch dick und dünn gegangen. Seit 25 Jahren Trainer und Coach für Leader und Teams, seit 30 Jahren leidenschaftlicher (Berufs-) Pilot und Kunstflieger, sowie Fluglehrer.


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